Glockenturm und Waldkapelle

in Brauersdorf

Entstehung und historischer Hintergrund

Glockenturm und Waldkapelle erinnern an die ehemaligen selbständigen Gemeinden Brauersdorf, Obernau und Nauholz sowie deren Bewohner, die ihre alte Heimat mit ihrer jahrhundertealten Dorfkultur für den Talsperrenbau (1967-1972, Einweihung 1973) bzw. für die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung des Siegerlandes aufgaben. Von der Umsiedlung waren Obernau und Nauholz vollständig und Brauersdorf teilweise betroffen. 365 Menschen mussten umsiedeln. 71 Anwesen, 4 Gaststätten, 2 Schulen und 2 Kapellen wurden abgerissen bzw. abgebrannt.

 

Dem Netpherland kam schon in früheren Zeiten besondere Bedeutung für die Wasserversorgung des Siegerlandes zu. Bereits um 1900 wurden in den oberen Tälern der Siegnebenflüsse Wassergewinnungsanlagen gebaut. Auch im Obernautal wurden Leitungen bis nach Siegen verlegt. Der Obernauer Weiher (erbaut 1894; heute Vorbecken der Talsperre) ist noch ein Relikt aus jener Zeit.

 

Der Ort Obernau (Ersterwähnung 1311), welcher im Namen der Talsperre weiter lebt, war der älteste der drei Orte. Brauersdorf (Ersterwähnung 1337), Nauholz (Ersterwähnung 1328) und Obernau sind der frühmittelalterlichen Siedlungsperiode (800-950 n.Chr.) des Siegerlandes zuzurechnen.

Der Glockenturn

(erbaut 1980) beherbergt die Glocken der unterge-gangen Ortschaften des Obernau- und Nauholztales.

Es sind die Glocken der Reformierten und Katholischen Gemeinde Brauersdorf sowie die Glocken aus den alten Schulkapellen in Obernau (erbaut 1770) und Nauholz.

 

Historisch bedeutsam ist besonders die Glocke der Reformierten Gemeinde Brauersdorf aus dem Jahre 1761 sowie die Glocke der Obernauer Schulkapelle aus dem Jahre 1790.

Sie wurden in Afholderbach von der Glockengießerei Knebel gegossen. Es ist die einzige für das Siegerland belegte Glockengießerei.

Des weiteren beherbergt der Glockenturm eine fünfte Glocke, die sogenannte „Kriegs- bzw. Mahnglocke“.

 

Sie wurde 1942 zusammen mit ihrer Helgersdorfer Schwester aus einer Granathälfte als Ersatz für die kriegsbedingt eingezogene Bronzeglocke der Katholischen Gemeinde Brauersdorf während des ZweitenWeltkrieges im damaligen Rüstungsbetrieb Siegerländer Eisenbahnbedarf in Dreis-Tiefenbach (heute Bombardier) von Heinrich Kölsch hergestellt.

Als Notglocke läutete sie von 1942 bis 1950.

Aufschriften der im Glockenstuhl befindlichen Glocken:

 

Brauersdorfer Glocke:

  • „Den Reformierten der Gemeinde Brauersdorf gehöre ich. Allein Gott soll auch unser Schutzherr sein." A.K. (Glockengießerei Knebel, Afholderbach) goß mich 1761.

 

Obernauer Glocke:

  • „Ich rufe alle Groß und Klein und bin der reformierten Gemeinde Obernau allein. Johann Knebel zu Afholderbach goß mich Anno MDCCXC (1790).“

 

Nauholzer Glocke:

  • „Den Toten zum Andenken, den Lebenden zur Mahnung, 1950 GRS (Glockengießerei Gebr. Rincker, Sinn) 6896.“

 

Brauersdorfer Glocke:

  • „Sankt Martini, kath. Gemeinde Brauersdorf. Im Heiligen Jahr 1950 M. CH. (Metallgießerei Charlottental) Weidenau.“

Die neben dem Glockenturm erbaute ökumenische Waldkapelle (erbaut 2001-2004) mit ihren ausdrucksstarken modernen Buntglasfenstern mit floraler und sakraler Motiv-gebung knüpft an die alte Schulkapellentradition des Obernau- und Nauholztales an.

 

Historische Motive von den Kapellenschulen aus Obernau und Nauholz schmücken die Fenster im Altarraum der kleinen Kapelle auf dem Bergkopf „Am Leielchen“. Neben der Kapelle hat das alte schmiedeeiserne Kreuz der Nauholzer Kapellenschule eine neue Heimat gefunden.

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